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AG gründen in Deutschland — Aktiengesellschaft einfach erklärt

06. Juli 2026·8 Min. Lesezeit·Clevver Team

Die Aktiengesellschaft (AG) ist die Rechtsform der großen Namen: Siemens, SAP, Adidas. Ihr Kapital ist in Aktien zerlegt, die — börsennotiert oder privat — gehandelt werden können. Das macht die AG zur ersten Wahl für Unternehmen, die viel Kapital einsammeln wollen. Dieser Guide erklärt, wie die Gründung funktioniert und für wen sie sich lohnt.

Was ist eine AG?

Eine AG ist eine Kapitalgesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit. Sie kann Verträge schließen, Eigentum halten und klagen — unabhängig von ihren Aktionären, die nur mit ihrer Einlage haften.

Die vier Kernmerkmale:

  1. Grundkapital: mindestens €50.000, zerlegt in Aktien
  2. Eigene Rechtspersönlichkeit: die AG handelt unabhängig von ihren Eigentümern
  3. Zweistufige Führung: Vorstand (operativ) und Aufsichtsrat (kontrollierend)
  4. Handelbare Anteile: Aktien können frei übertragen werden — mit oder ohne Börsennotierung

AG gründen: der Prozess in 5 Schritten

1. Satzung erstellen

Die Satzung regelt Zweck, Grundkapital, Vorstandsstruktur und Aktiengattungen. Sie muss notariell beurkundet werden.

2. Grundkapital einzahlen

Mindestens €50.000 Grundkapital, eingezahlt auf ein Geschäftskonto. Die Bank stellt eine Einzahlungsbestätigung für den Notar aus.

3. Notar und Handelsregister

Der Notar reicht Satzung und Gründungsdokumente beim Handelsregister ein. Erst mit der Eintragung entsteht die AG als juristische Person.

4. Organe bestellen

Die Gründungsversammlung bestellt den Aufsichtsrat (mindestens 3 Mitglieder), der wiederum den Vorstand beruft.

5. Börsengang (optional)

Die Börsennotierung ist keine Pflicht. Viele AGs bleiben „privat" — nutzen aber die Struktur für Investoren und Mitarbeiterbeteiligung.

Vorteile der AG

  • Kapitalzugang: Aktien lassen sich an viele Investoren ausgeben — bis hin zum Börsengang
  • Haftungsbeschränkung: Aktionäre haften nur mit ihrer Einlage
  • Reputation: „AG" signalisiert Größe und Stabilität gegenüber Kunden und Partnern
  • Nachfolge: Eigentümerwechsel läuft über Aktienverkauf, nicht über notarielle Anteilsübertragung

Nachteile der AG

  • Hoher Gründungsaufwand: komplexer und teurer als GmbH oder UG
  • €50.000 Mindestkapital: doppelt so viel wie bei der GmbH
  • Publizitätspflichten: Jahresabschlüsse und Unternehmensdaten werden öffentlich
  • Doppelstruktur: Vorstand + Aufsichtsrat bedeuten mehr Gremienarbeit und Kosten
  • Übernahmerisiko: frei handelbare Aktien machen (börsennotierte) AGs angreifbar

AG oder GmbH — was passt besser?

| | AG | GmbH | |---|---|---| | Mindestkapital | €50.000 | €25.000 | | Führung | Vorstand + Aufsichtsrat | Geschäftsführer | | Anteilsübertragung | formlos (Aktien) | notariell | | Publizität | hoch | moderat | | Geeignet für | Kapitalmarkt, viele Investoren | Mittelstand, Startups |

Für die meisten Gründungen ist die GmbH die pragmatischere Wahl. Die AG lohnt sich, wenn Kapitalmarktzugang oder breite Investorenbeteiligung konkret geplant ist. Einen Überblick über alle Rechtsformen gibt unser Rechtsformen-Guide.

FAQ

Wie viele Personen brauche ich für eine AG-Gründung? Eine Person genügt — die „Ein-Personen-AG" ist zulässig. Der Aufsichtsrat braucht aber mindestens 3 Mitglieder.

Muss eine AG an die Börse? Nein. Die Börsennotierung ist optional. Viele deutsche AGs sind nicht gelistet.

Können Ausländer eine AG in Deutschland gründen? Ja, es gibt keine Nationalitätsbeschränkungen für Aktionäre. Für die Gründung brauchst du eine deutsche Geschäftsadresse — die gibt es bei Clevver komplett digital.

Was kostet eine AG-Gründung? Neben dem Grundkapital: Notar- und Registerkosten von ca. €1.500–3.000 plus laufende Kosten für Abschlussprüfung und Gremien.

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