Eine haftungsbeschränkte Gesellschaft ab einem Euro Stammkapital — das ist die UG (haftungsbeschränkt), im Volksmund „Mini-GmbH". Seit ihrer Einführung 2008 ist sie die beliebteste Rechtsform für Startups mit kleinem Budget. Dieser Guide zeigt, wie die Gründung abläuft, was sie kostet und wo die Fallstricke liegen.
Was ist eine UG?
Die Unternehmergesellschaft ist rechtlich eine GmbH-Variante: eigene Rechtspersönlichkeit, beschränkte Haftung, notarielle Gründung. Der Unterschied liegt im Kapital — statt €25.000 genügt theoretisch €1.
Der gesetzliche Ausgleich dafür: Die UG muss 25 % ihres Jahresgewinns als Rücklage einbehalten, bis das Stammkapital einer GmbH (€25.000) erreicht ist. Dann kann (muss aber nicht) sie in eine GmbH umgewandelt werden.
UG gründen: Schritt für Schritt
1. Gesellschaftsvertrag aufsetzen
Für Standardgründungen mit bis zu 3 Gesellschaftern gibt es das Musterprotokoll — es kombiniert Satzung, Geschäftsführerbestellung und Gesellschafterliste in einem Dokument und senkt die Notarkosten deutlich.
2. Notartermin
Wie bei der GmbH ist die notarielle Beurkundung Pflicht. Der Notar meldet die UG anschließend zum Handelsregister an.
3. Stammkapital einzahlen
Das gewählte Stammkapital (praktisch sinnvoll: €500–1.000, nicht €1) wird auf das Geschäftskonto eingezahlt. Wichtig: Bei der UG muss das Kapital vollständig in bar eingezahlt werden — Sacheinlagen sind nicht erlaubt.
4. Handelsregistereintrag und Gewerbeanmeldung
Nach der Eintragung (1–3 Wochen) folgen Gewerbeanmeldung und die steuerliche Erfassung beim Finanzamt.
Was kostet eine UG-Gründung?
| Position | Kosten | |---|---| | Stammkapital | ab €1 (empfohlen: €500–1.000) | | Notar (Musterprotokoll) | ca. €300–600 | | Handelsregister | ca. €150 | | Gewerbeanmeldung | €10–65 | | Laufend: Buchhaltung/Steuern | je nach Umfang, ab ca. €1.000/Jahr |
Kann ich als Ausländer eine UG gründen?
Ja — es gibt keine Nationalitäts- oder Wohnsitzbeschränkung für Gesellschafter. Praktisch brauchst du:
- eine Geschäftsadresse in Deutschland (Handelsregister-Pflicht) — bei Clevver digital buchbar
- ein Geschäftskonto für die Kapitaleinzahlung — bei Nicht-EU-Bürgern die größte Hürde, remote Banking-Lösungen helfen
- ggf. einen Notartermin mit Apostille/beglaubigter Übersetzung, wenn du nicht einreisen willst
Mehr Details im Guide Gründen in Deutschland als Ausländer.
UG vs. GmbH vs. Einzelunternehmen
| | UG | GmbH | Einzelunternehmen | |---|---|---|---| | Mindestkapital | €1 | €25.000 | keins | | Haftung | beschränkt | beschränkt | unbeschränkt | | Rücklagenpflicht | 25 % vom Gewinn | keine | keine | | Außenwirkung | solide | stark | neutral | | Gründungskosten | ~€500–800 | ~€800–1.500 | ~€30 |
Vor- und Nachteile der UG
Dafür spricht:
- Haftungsbeschränkung ohne großes Startkapital
- Voller Rechtsrahmen einer Kapitalgesellschaft
- Klarer Wachstumspfad zur GmbH
Dagegen spricht:
- „UG (haftungsbeschränkt)" muss immer ausgeschrieben werden — manche Geschäftspartner lesen daraus Kapitalschwäche
- Rücklagenpflicht bremst Gewinnentnahmen
- Gleiche Verwaltungspflichten wie eine GmbH (Bilanz, Jahresabschluss, Körperschaftsteuer)
Fazit
Die UG ist der günstigste Weg zur haftungsbeschränkten Gesellschaft in Deutschland — ideal zum Validieren einer Geschäftsidee. Wer von Anfang an Investoren oder größere Aufträge anpeilt, fährt mit der GmbH oft besser. Alle Rechtsformen im Vergleich findest du im Rechtsformen-Guide.
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