Eine virtuelle Telefonnummer kostet meist zwischen wenigen Euro und etwa 20 € im Monat, je nach Land und Nutzung. Die Gesamtkosten setzen sich aus vier Teilen zusammen: einer einmaligen Einrichtungsgebühr, einer monatlichen Grundgebühr, den Minutenpreisen und der Vertragslaufzeit. Bei Clevver kostet eine US-Nummer zum Beispiel 1,99 € im Monat, ohne Einrichtungsgebühr.
Klingt übersichtlich. Der Teufel steckt aber, wie so oft, im Kleingedruckten. Deshalb hier einmal alles der Reihe nach.
Die vier Kostenbausteine
1. Einrichtungsgebühr
Einmalig, bei der Aktivierung der Nummer. Manche Länder kosten hier nichts, bei anderen verlangen die Netzbetreiber vor Ort eine Gebühr, die Anbieter weitergeben. Bei Clevver ist die Einrichtung einer US-Nummer beispielsweise kostenlos.
2. Monatliche Grundgebühr
Das ist der Preis dafür, dass die Nummer dir gehört und erreichbar ist, auch wenn niemand anruft. Die Spanne ist groß: Nummern in den USA oder Kanada sind oft günstig, Ortsnummern in manchen europäischen oder asiatischen Ländern deutlich teurer. Der Grund sind unterschiedliche Regulierungen und Netzkosten.
3. Minutenpreise
Hier wird es interessant, denn es gibt zwei Richtungen:
- Eingehende Anrufe mit Weiterleitung: Wird ein Anruf auf dein Handy durchgestellt, fallen dafür Minutengebühren an. Bei einer US-Nummer liegen sie bei Clevver ab 0,01 € pro Minute.
- Ausgehende Anrufe: Rufst du selbst über die virtuelle Nummer an, zahlst du nach Zielland. Bei Clevver reicht die Spanne von 0,01 € bis 2,35 € pro Minute, und Mobilfunknummern sind meist teurer als Festnetz.
4. Vertragslaufzeit
Kein Preis im engeren Sinne, aber ein echter Kostenfaktor. Eine Nummer für 3 € im Monat mit 24 Monaten Mindestlaufzeit kostet dich mindestens 72 €, auch wenn du sie nach zwei Monaten nicht mehr brauchst. Clevver-Telefonnummern sind monatlich kündbar, mit einer Frist von 14 Tagen.
Rechenbeispiel: Ein Übersetzungsbüro mit zwei Märkten
Stell dir ein kleines Übersetzungsbüro aus Leipzig vor, zwei Gesellschafterinnen, spezialisiert auf technische Dokumentation für Maschinenbauer. Die Hälfte der Aufträge kommt inzwischen von Tochterfirmen deutscher Unternehmen in den USA.
Die Kunden in Ohio und Michigan wollten gelegentlich anrufen, um Terminologiefragen zu klären. Statt einer deutschen Nummer bekamen sie eine US-Nummer, die in Leipzig auf dem Bürohandy klingelt.
So sieht ein typischer Monat aus:
| Posten | Menge | Kosten | |---|---|---| | Grundgebühr US-Nummer | 1 Monat | 1,99 € | | Eingehende Minuten (weitergeleitet) | 150 Min. × 0,01 € | 1,50 € | | Ausgehende Rückrufe in die USA | nach Tarif | variabel | | Summe ohne Rückrufe | | 3,49 € |
Für den Preis einer Butterbrezel im Monat hat das Büro eine lokale Präsenz in seinem zweitwichtigsten Markt. Kommt dadurch im Jahr auch nur ein einziger zusätzlicher Übersetzungsauftrag herein, hat sich die Nummer für lange Zeit bezahlt gemacht.
Die Preise im Beispiel entsprechen dem Stand September 2026 für US-Nummern bei Clevver. Aktuelle Preise für alle Länder findest du auf der Seite Telefonnummern.
Worauf du beim Preisvergleich achten solltest
Wer Anbieter vergleicht, schaut meist zuerst auf die Grundgebühr. Sinnvoller ist ein Blick auf diese Punkte:
- Mindestlaufzeit: Monatlich kündbar oder 12 bis 24 Monate gebunden?
- Minutenpreise für Weiterleitung: Sind eingehende Minuten inklusive, oder werden sie extra berechnet?
- Einrichtungskosten: Gerade bei Ortsnummern in Europa können sie spürbar sein.
- Verifizierung: Welche Unterlagen verlangt der Anbieter? Ein günstiger Preis nützt wenig, wenn die Nummer wegen fehlender Nachweise nicht freigeschaltet wird.
- Zusatzfunktionen: Sind Voicemail per E-Mail oder mehrere Nummern in einem Konto inklusive?
Was eine virtuelle Nummer im Vergleich spart
Die günstigste Alternative zur virtuellen Nummer ist oft keine günstigere Nummer, sondern gar keine Nummer, also ein zweites Handy oder ein zweiter Mobilfunkvertrag. Das bedeutet häufig 24 Monate Laufzeit, ein weiteres Gerät und keine Möglichkeit, Nummern aus anderen Ländern zu nutzen.
Noch deutlicher wird der Unterschied bei einer eigenen Präsenz vor Ort. Ein kleines Büro in einer anderen Stadt, nur um dort eine lokale Nummer und Adresse zu haben, kostet schnell mehrere Hundert Euro im Monat.
Das Gesamtpaket: Was Nummer, Adresse und Post zusammen kosten
Viele Unternehmen, die eine virtuelle Nummer suchen, brauchen eigentlich eine vollständige Präsenz an einem Standort: Nummer, Adresse und jemanden, der die Post annimmt.
Genau das lässt sich modular zusammenstellen:
- Telefonnummer für die Erreichbarkeit, monatlich kündbar
- Geschäftsadresse in einer von 33 Städten, etwa Berlin, München, London oder New York
- Digitaler Briefkasten, der deine Post scannt und per App bereitstellt, monatlich kündbar mit 14 Tagen Frist
Das Leipziger Übersetzungsbüro hat übrigens als Nächstes den digitalen Briefkasten dazugenommen. Die beiden Gesellschafterinnen arbeiten zwei Tage pro Woche im Homeoffice, und die Frage "Hast du schon in den Briefkasten geschaut?" gibt es seitdem nicht mehr.
Häufige Fragen zu den Kosten
Gibt es kostenlose virtuelle Telefonnummern? Es gibt Angebote ohne Grundgebühr, meist mit Einschränkungen bei Funktionen, Verfügbarkeit oder Seriosität. Für geschäftliche Zwecke ist eine Nummer mit transparenten Kosten und klarer Verifizierung in der Regel die bessere Wahl.
Warum sind Nummern in manchen Ländern teurer? Die Preise hängen von den Netzbetreibern und der Regulierung im jeweiligen Land ab. Ortsnummern sind oft teurer als nationale Nummern, und manche Länder verlangen zusätzliche Prüfungen.
Zahle ich für eingehende Anrufe? Wird ein Anruf auf dein Handy weitergeleitet, fallen in der Regel Minutengebühren an. Bei einer US-Nummer liegen diese bei Clevver ab 0,01 € pro Minute.
Wie kann ich kündigen? Clevver-Telefonnummern sind monatlich kündbar, mit einer Frist von 14 Tagen, direkt online. Noch Fragen? → Kontakt
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