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Firmengründung

Firma gründen in Frankreich als Ausländer — Schritt für Schritt

06. Juli 2026·8 Min. Lesezeit·Clevver Team

Frankreich lockt mit der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone, starker Startup-Förderung und zentraler Lage — und ist für ausländische Gründer offener als sein Bürokratie-Ruf: EU-Bürger gründen ohne jede Sonderauflage, Nicht-EU-Bürger brauchen nur bei Umzug nach Frankreich ein Visum. Dieser Guide führt durch alle zehn Schritte.

Vorab: Was gilt für wen?

EU/EWR-Bürger: volle Niederlassungsfreiheit — gründen und Geschäftsführer werden, ohne Visum, auch ohne französischen Wohnsitz.

Nicht-EU-Bürger ohne Umzug: Auch das geht — Gesellschafter und Gérant können im Ausland leben. Nur wer in Frankreich leben und arbeiten will, braucht einen Aufenthaltstitel: üblich ist der Talent Passport (für Gründer mit tragfähigem Projekt) oder das Langzeitvisum entrepreneur/profession libérale.

Schritt 1–3: Struktur, Name, Statuten

1. Rechtsform wählen:

| Form | Vergleichbar mit | Kapital | Typisch für | |---|---|---|---| | SARL | GmbH | ab €1 | klassischer Mittelstand | | SAS | flexible AG light | ab €1 | Startups, Investoren-Setups | | SA | AG | €37.000 | Großunternehmen | | EI | Einzelunternehmen | — | Solo-Selbstständige |

Die SAS ist bei Startups beliebt (flexible Satzung, einfache Investorenaufnahme), die SARL der bewährte Standard.

2. Namen prüfen und sichern: Verfügbarkeit in der INPI-Datenbank prüfen, ggf. Marke und Domain sichern.

3. Statuten (Satzung) aufsetzen: Zweck, Sitz, Kapital, Geschäftsführung, Beschlussregeln — bei mehreren Gesellschaftern gehört das in professionelle Hände.

Schritt 4–6: Adresse, Konto, Publikation

4. Domizilierungsadresse sichern: Jede französische Gesellschaft braucht einen eingetragenen Sitz. Eine Geschäftsadresse in Paris erfüllt die Pflicht — mit dem Nebeneffekt einer niedrigeren CFE-Abgabe als in vielen anderen Kommunen.

5. Kapitalkonto eröffnen und einzahlen: Das Stammkapital muss auf ein französisches Konto und bescheinigt werden — für Nicht-Residenten die kritischste Etappe, Details und die Remote-Lösung im Frankreich-Konto-Guide.

6. Gründungsanzeige publizieren: Pflichtveröffentlichung im Journal d'Annonces Légales (auf Französisch) — die Bescheinigung wird für die Registrierung gebraucht.

Schritt 7: Registrierung

Mit Statuten, Kapitalbescheinigung und Publikationsnachweis läuft die Anmeldung heute zentral über das Online-Portal Guichet Unique (INPI). Ergebnis: Eintrag im Handelsregister (RCS) und deine SIRET-Nummer — das französische Pendant zur Handelsregisternummer.

Schritt 8–10: Betriebsbereit werden

8. Steuern und Sozialversicherung: Körperschaftsteuer (25 %, KMU-Satz 15 % auf erste Gewinnanteile), USt (TVA) je nach Schwellen, URSSAF-Registrierung als Arbeitgeber — vieles wird über die zentrale Anmeldung automatisch angestoßen, Kontrolle lohnt trotzdem.

9. Buchhaltung: Frankreich verlangt ordentliche Rechnungslegung (Grand Livre, Inventarbuch, Jahresabschluss). Ein Expert-Comptable ist keine Pflicht, aber der De-facto-Standard.

10. Branchenlizenzen und Versicherungen: reglementierte Berufe, Gastronomie und Bau brauchen Zulassungen; Betriebshaftpflicht (RC Pro) ist in vielen Branchen verpflichtend.

Die Abkürzung für Remote-Gründer

Adresse, Konto und Publikation greifen ineinander — und jede Behörde will Französisch. Clevver bündelt den kompletten Ablauf (Gründung, FR-IBAN-Konto, Pariser Adresse) und wickelt ihn 100 % remote ab; die Firma steht in 2–4 Wochen. Details im Frankreich-Gründungsguide oder direkt im Kontaktformular anfragen.

FAQ

Brauche ich ein Visum, um eine französische Firma zu besitzen? Nein. Besitz und Geschäftsführung aus dem Ausland sind ohne Visum möglich — nur Leben und Arbeiten in Frankreich erfordert einen Aufenthaltstitel.

SARL oder SAS — was nehmen? Faustregel: SARL für klassisches Geschäft mit stabilen Gesellschaftern, SAS bei Investoren-Plänen und flexiblen Beteiligungen.

Wie lange dauert die Gründung? Mit vollständigen Unterlagen 2–4 Wochen — der Konto-Schritt bestimmt das Tempo.

Muss ich Französisch können? Die Dokumente laufen auf Französisch (Statuten, Publikation, Behörden). Mit einem Service mit französischsprachigen Partnern vor Ort ist das kein Blocker.

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